Jüngste Durchbrüche haben die Kernfusion verstärkt in den Fokus der öffentlichen und medialen Aufmerksamkeit gerückt.
Aber was ist Kernfusion, und wie unterscheidet sie sich von Kernspaltung? Und warum investieren so viele private Unternehmen und Staaten in Fusionsforschung und -entwicklung?
Zunächst beantworten wir diese Fragen und zeigen anschließend die Schlüsselrolle auf, die die Vakuumtechnologie bei der Verwirklichung der Kernfusion spielt.
Index
- Wie funktioniert die Kernspaltung?
- Kernfusion: das Gegenteil von Spaltung
- Warum ist lebensfähige Fusionsenergie so schwer zu erreichen?
- Was sind die verschiedenen Arten von Fusion?
- Was sind die Vorteile der Fusion?
- Wie wird Vakuum in der Kernfusionstechnologie angewendet?
- Was sind die spezifischen Vakuumanforderungen für Fusionsanwendungen?
- Die Zukunft der Fusion
- Wichtigste Punkte
- FAQs
- Kontaktieren Sie unseren Branchenexperten
Wie funktioniert die Kernspaltung?
Derzeit erzeugen Kernkraftwerke Energie durch die Nutzung der Kernspaltung. Dabei wird ein schweres Atom, beispielweise das Uranisotop U-235, in zwei leichtere Atome gespalten. Dieser Prozess setzt eine enorme Menge nutzbarer Energie frei.
Die Kernspaltung wird durch den Beschuss von Uran-235 (U-235) mit Neutronen ausgelöst. Treffen diese Neutronen auf U-235-Atome, werden weitere Neutronen freigesetzt, die wiederum mit anderen U-235-Atomen kollidieren und so eine Kettenreaktion in Gang setzen. Bei diesem Prozess kann zudem elektromagnetische Strahlung entstehen. Um die Energieausbeute zu maximieren, muss die Anzahl der an der Kernspaltung beteiligten Neutronen sorgfältig kontrolliert werden, damit die Kettenreaktion weder zum Erliegen kommt noch außer Kontrolle gerät.
Nutzung der Kernspaltung zur Erzeugung von Elektrizität
Fissionsreaktoren nutzen die dabei freigesetzte Energie auf dieselbe Weise wie konventionelle Kraftwerke.
Die Kernspaltung findet in einem Reaktordruckbehälter statt und wird durch Steuerstäbe geregelt. Die bei der Reaktion entstehende Wärme wird genutzt, um Wasser zu erhitzen und Dampf zu erzeugen. Dieser Dampf treibt anschließend eine Turbine an, die Strom erzeugt. Für die sichere Entsorgung abgebrannter Brennelemente sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, da diese radioaktiv sind und Halbwertzeiten von mehr als 10.000 Jahren aufweisen können. In vielen Fällen belaufen sich die Stilllegungs- und Rückbaukosten auf bis zu 15 % der ursprünglichen Investitionskosten.
Zu Herstelllung von Brennstoff für die Kernspaltung muss zunächst der Anteil des Uranisotops U-235 von seinem natürlichen Vorkommen von 0,7 %, im Uranerz auf die für den Spaltungsprozess erforderlichen 4 bis 5 % zu erhöht werden. Dies erfolgt mithilfe von 1.000 bis 2.000 Zentrifugenstufen. Dazu wird das Uranerz in UF6-Gas umgewandelt, aufbereitet und nach dem Anreicherungsprozess zu Brennstoffpellets verarbeitet. Der Zentrifugalprozess wird dabei unter exakt kontrollierten Vakuumbedingungen durchgeführt.
Zum Februar 2026 waren 416 Reaktoren mit einer Nettokapazität von ~400 GWir waren in Betrieb und beliefen 31 Länder. Diese Reaktoren erzeugen rund 9 % des weltweiten Stroms. Darüber hinaus befinden sich 70 Kernreaktoren im Bau. Uranerz wird in 10 Ländern bezogen und hat eine Energiedichte, die 70.000 Mal höher ist als die von fossilen Brennstoffen. Die Kosten für den Bau eines Kernkraftwerks können zwischen $2 und $20 Milliarden betragen, obwohl die Entwicklung kostengünstigerer, kleinerer Einheiten möglich ist.
Kernfusion: das Gegenteil von Spaltung
Fusionsreaktionen leichter Elemente versorgen die Sterne mit Energie und sind für die Entstehung vieler Elemente in einem Prozess verantwortlich, der als Nukleosynthese bezeichnet wird.
Die Kernfusion ist eine zukunftsweisende Technologie, die im Mittelpunkt aktueller wissenschaftlicher Forschung steht. Mit ihrem Potenzial, die Energieerzeugung grundlegend zu verändern, ist die Kernfusion Gegenstand zahlreicher nationaler und internationaler Forschungsprojekte.
Bei der Kernfusion werden zwei leichte Atome zu einem größeren Atom "verschmolzen". Die Kernfusion ist damit das Gegenteil der Kernspaltung: Statt Atome zu spalten, verbinden sie sich zu einem größeren Atom. Dabei wird Energie freigesetzt.
Bei der Kernfusion werden Wasserstoffisotope wie Deuterium (D) und Tritium (T) miteinander verschmolzen. Deuterium, auch als schwerer Wasserstoff bezeichnet, ähnelt dem gewöhnlichen Wasserstoffisotop Protium, enthält jedoch ein zusätzliches Neutron. Tritium hingegen ist ein Wasserstoffisotop mit zwei zusätzliche Neutronen.
Für ideale Fusionsreaktionen wird eine 50:50-Mischung aus Deuterium und Tritium verwendet, wobei jeweils nur wenige Gramm Brennstoff benötigt werden. Die praktische Umsetzung dieser idealen Bedingungen stellt jedoch nach wie vor eine große Herausforderung dar.
| Kernspaltung | Kernfusion |
| Teilt schwere Atome | Kombiniert Lichtatome |
| Verwendet Uran | Verwendet Wasserstoffisotope |
| Erzeugt langlebigen Abfall | Kein langlebiger Abfall |
| Kettenreaktion | Keine Kettenreaktion – kein Durchlaufpotenzial |
Warum ist lebensfähige Fusionsenergie so schwer zu erreichen?
Leichte Atome können nur miteinander verschmelzen, wenn sie über einen ausreichenden langen Zeitraum nahe genug zusammengebracht werden. Die anziehende Kernkraft ist stärker als die abstoßende elektrostatische Kraft, jedoch nur über sehr kurze Distanzen. Aufgrund dieser Einschränkungen besteht die größte technische Schwierigkeit bei der Fusion darin, die Atomkerne nahe genug zusammenzubringen, um eine „Fusion“ zu ermöglichen. Aus diesem Grund sind Verfahren zur magnetischen oder inertialen Einschließung (oder eine Kombination aus beiden) erforderlich.
Für beide Einschlussverfahren sind extrem hoheTemperaturen erforderlich: über 4 x 107 K für die Deuterium-Tritium (DT)-Fusion. Das ist 10 Mal heißer als im Kern der Sonne!
Was sind die verschiedenen Arten von Fusion?
Es wurden viele verschiedene Ansätze zur Realisierung der Kernfusion vorgeschlagen. Derzeit konzentriert sich die Forschung jedoch auf zwei grundlegende Formen der Einschließung.
Magnetische Einschlussfusion (MCF)
Die magnetische Einschlussfusion (Magnetic Containment Fusion, MCF) gilt als einer der vielversprechendsten Wege zur kommerziellen Energieerzeugung. Dabei kommen mehrere hochleistungsfähige supraleitende Magnete zum Einsatz, die mit flüssigem Helium gekühlt werden, um optimale Betriebsbedingungen und eine maximale Systemleistung zu gewährleisten.
Die am häufigsten eingesetzten Anlagen zur magnetischen Einschlussfusion sind Tokamak und Stellarator, wobei einige Forschungseinrichtungen auch mit Magnetspiegel-Systemen experimentiert haben. Alle drei Anlagetypen verfügen über eine zentrale Vakuumskammer, in der das Plasma eingeschlossen wird und die Fusionsreaktion stattfindet. Die Vakuumkammer ist von einem Kryostat umgeben, in dem die superleitenden Magnete untergebracht und gekühlt werden. Während der Tokamak eine toroidale Form aufweist, ähnelt der Stellarator einem verdrehten Band.Magnetspiegel-Systeme higegen besitzen einen zylindrischen Aufbau. Das Magnetfeld hält die Teilchen kontinuierlich zusammen, während die hohen Temperaturen die Zündung des Plasmas ermöglichen.
Trägheitseinschlussfusion (Inertial Confinement Fusion, ICF)
Die zweite wichtige Form der Einschließung ist die Trägheitseinschlussfusion (Inertial Containment Fusion, ICF).Bei diesem Verfahren wird Fusionsenergie erzeugt, indem kleine Pellets (1 bis 3 mm) von DT-Brennstoff mit Lasern oder geladenen Teilchenstrahlen bestrahlt werden, um das Gemisch zu komprimieren und bis zur Zündung zu erhitzen. Der Begriff Zündung beschreibt dabei den Zustand, in dem die entstehenden Alphateilchen vollständig im Plasma zurückgehlaten werden und dieses dadurch weiter aufheizen.
Schematische Darstellung des am Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) entwickelten LIFE-Reaktors (Laser Inertial Fusion-Fission Energy).
Die Verdichtung und Erwärmung erfolgn innerhalb kürzester Zeit duch kurzpulsigen Hochleistungslasern (1 bis 10 ns), Röntgenstrahlen oder Ionenstrahlen, die den Brennstoff aus vielen Richtungen treffen. Beim Direct-Drive-Verfahren werden die komprimierenden Energieimpulse direkt auf das Brennstoffpellet gerichtet. Bei der indirekten Trägheitseinschlussfusion (Indirect-Drive ICF) befindet sich das Brennstoffpellet in einem kleinen Metallhohlraum (Hohlraum bzw. Brennkammer). Die Laser werden auf den Hohlraum fokussiert und erhitzen ihn zu einem Plasma, das Röntgenstrahlen emittiert. Diese wird vom Pellet absobiert und führt zu dessen Verdichtung. Das Pellet wird dabei auf dieselbe Weise komprimiert wie beim Direct-Drive-Verfahren. Im Vergleich zum Direct-Drive-Verfahren ist die Indirect-Drive-Ansatz deutlich weniger efficient. Die Indirect-Drive-Technologie wird unter anderem für die Simulation von Kernwaffen eingesetzt.
Zur Stromerzeugung mittels ICF werden Brennstoffpellets in eine Vakuumreaktionskammer eingebracht und dort gezündet. Die Strahlung von Plasma- und Fusionsneutronen wird von flüssigem Lithium absorbiert. Die dabei entstehende Wärme wird bei konventionellen Kraftwerken zur Dampferzeugung genutzt. Gleichzeitig ensteht Tritium, das als neuer Brennstoff zurückgewonnen und wiederverwendet werden kann.
Was sind die Vorteile der Fusion?
Sobald eine stabile Zündung erreicht ist, hat die Kernfusion das Potenzial, aus nur einer sehr geringen Brennstoffmenge enorme Energiemengen zu erzeugen - in einem kommerziellen Reaktor werden dafür lediglich rund 250 kg Brennstoff pro Jahr benötigt.
Zu den wichtigsten Vorteilen der Kernfusion zählen die großen Verfügbarkeiten der Brennstoffe im Vergleich zu fossilen Energieträgern, das Fehlen schädlicher Nebenprodukte wie Treibhausgase sowie die inhärente Sicherheit im Vergleich zur Kernspaltung.
Im Vergleich zur Kernspaltung bietet die Kernfusion weitere Vorteile:
- Obwohl bei der Fusionsreaktion Neutronen freigesetzt werden, die für den Menschen gefährlich sein können, bleiben diese sicher eingeschlossen. Zudem endet die Neutronenerzeugung nahezu unmittelbar, sobald die Anlage abgeschaltet wird.
- Fusion ist inhärent sicherer, da es keine Kettenreaktionen, Ausläufer oder Schmelzen gibt.
- Bei der Kernfusion entstehen extrem hohe Temperaturen. Sollte jedoch Plasma aus dem Reaktionsbereich entweichen, würde sich die Wärme rasch verteilen und abkühlen, ohne Schäden zu verursachen.
- Neutronen stellen zwar eine potentielle Gefahr da, können jedoch leicht abgeschirmt werden.
- Auch wenn bei der Kernfusion radioaktive Abfälle entstehen, ist deren Radioaktivität vergleichsweise kurzlebig – insbesondere im Vergleich zu den radioaktiven Abfällen aus der Kernspaltung. Dazu gehören auch Komponenten, die dem Neutronenbeschuss ausgesetzt sind, wie beispielsweise die Vakuumkanner.
- Bei der Kernfusion entstehende Abfälle müssen weder zur Entsorgung noch zur Lagerung oder Wiederaufbereitung transportiert werden.
Wie wird Vakuum in der Kernfusionstechnologie angewendet?
Vakuumanforderungen in magnetischer Einschließung
Der Vakuumbedarf in Fusionsreaktoren hängt von der jeweiligen Einschlussmethode und der Größe des Reaktors ab.
Der größte Vakuumbedarf bei der magnetischen Einschlussfusion besteht in der zentralen Vakuumkammer und der sie umgebenden Kryostatkammer. Diese Kammern können ein Volumen von mehr als 100 m3 aufweisen und müssen unter Ultrahochvakuum (UHV) von etwa 10-9 mbar betrieben werden, um eine Kontamination des Plasmas zu verhindern.
Vakuum wird zudem für die Erzeugung von Tritium, das Abpumpen von Helium und die Rückführung des Brennstoffs benötigt. Bei der Trägheitseinschlussfusion (ICF) müssen sowohl die Reaktionskammer als auch Laser- oder Teilchenstrahlleitungen evakuiert werden.
Wie bei der magnetischen Einschlussfusion können hier sehr große Volumina unter Ultrahochvakuum (UHV) erforderlich sein, um Verluste und Beeinträchtigungen der Strahlqualität zu vermeiden. Turbomolekular- und Kryopumpen kommen hierbei am häufigsten zum Einsatz und müssen lokalen Strahlungsspitzen sowie starken Magnetfeldern standhalten. Ähnliche Anforderungen gelten für Vorvakuumpumpensysteme, Manometer und Ventile.
Vakuum spielt im gesamten Prozess der magnetischen Einschlussfusion eine wichtige Rolle, unter anderem in folgenden Bereichen:
- Evakuierung der Reaktionskammer auf UHV: erforderlich, um größere Gasmoleküle zu entfernen und eine Kontamination des Plasmas zu verhindern.
- Kryogenik (Kryostat): Kryokühler benötigen Vakuum.
- Tritiumproduktion: Tritium wird durch Wechselwirkung von Neutronen mit Lithium erzeugt. Dieser Prozess erfordert Vakuumtechnik sowie Vakuumpumpen für die Förderung des Kühlgases. Neutronen können zudem durch Kernspaltungsreaktionen oder in Linearbeschleunigern erzeugt werden, die beide für ihren Betrieb ein Vakuum benötigen.
- Plasmaheizung: im Neutralstrahl-Injektionssystem wird Vakuum zum Erwärmen des Plasmas benötigt
- Vakuumprüfung: Die Ausrüstung wird unter Vakuum und mit Werkzeugen wie Entgasungsgeräten und Lecksuchgeräten geprüft.
- Manometer, Lecksuche und Instrumentierung: zur Überwachung der Geräte- und Prozessleistung und zur Sicherstellung der erforderlichen Hermetizität
- Kühlung: Helium, das zur Kühlung von Superleitern verwendet wird, muss gepumpt werden
- Rezirkulation: ungenutzter Brennstoff und Helium werden aus der Kammer gepumpt, abgetrennt und rezirkuliert
- Fusionsbrennstoff: Leistungsstarke Pumpen werden benötigt, um die Fusionsbrennstoffe in die Reaktionskammer einzubringen
Vakuumanforderungen bei der Trägheitseinschlussfusion (ICF)
- Evakuierung der Zielkammer in UHV: erforderlich, um größere Gasarten zu entfernen und Plasmakontamination zu verhindern
- Zielpositionierungssysteme: Systeme zur Ausrichung der Laser auf den Brennstoff benötigen Vakuum
- Strahllinienvakuum: Für die Laser werden mehrere Strahllinien verwendet, die alle unter Vakuum stehen müssen
- Raumfilter: Raumfilter werden eingesetzt, um die Qualität des Laserstrahls zuverbessern, und werden unter Vakuumbedingungen betrieben
- Manometer, Lecksuche und Instrumentierung: zur Überwachung der Geräte- und Prozessleistung und zur Sicherstellung der erforderlichen Hermetizität
Welche spezifischen Vakuumanforderungen gelten für Fusionsanwendungen?
Eine der wichtigsten Anforderungen an Vakuumpumpen ist die Fähigkeit, mit Tritium umzugehen. Das bedeutet, dass Metalldichtungen bevorzugt werden und die Pumpen fluor-/halogen- und kohlenwasserstofffrei sein sollten.
Bei magnetischen Einschlussverfahren müssen die Pumpen zudemin starken Magnetfeldern zuverlässig betrieben werden können, weshalb häufig zusätzliche Abschirmmaßnahmen erforderlich sind. Da der verfügbare Platz rund um die Reaktionskammern begrenzt ist und Stillstände erhebliche kosten verursachen, müssen die Pumpen eine kompakte Bauweise aufweisen, äußerst zuverlässig arbeiten und einen möglichst geringen Wartungsaufwand erfordern.
Die Zukunft der Fusion
Es wird weiterhin intensiv darüber diskutiert, wann die Kernfusion einen Nettoenergiegewinn erreichen wird.Optimistische Prognosen gehen inzwischen davon aus, das dies in weniger als 5 Jahren gelingen könnte.
Dieser Optimismus wird durch die Tatsache unterstützt, dass Fusionsprojekte auf der ganzen Welt Rekorde gebrochen haben, unter anderem an den Standorten JET, NIF und EAST.
Die private Fusionsindustrie wächst rasant. Bis 2026 wurden Investionen in Höhe von 13 Mrd. US-$ angekündigt.
ITER, ein derzeit im Bau befindlicher Tokamak-Reaktor, ist das weltweit größte staatlich finanzierte internationale Fusionsprojekt. Ziel ist es, 10 Mal mehr Energie zu erzeugen, als für den Betrieb angewendet wird. Eines der zentralen Ziele von ITER ist es, den Weg für DEMO zu ebnen, einen Demonstrationsreaktor und Prototyp für zukünftige kommerzielle Fusionskraftwerke.
In 18 Ländern gibt es über ~100 Fusionsgeräte, die entweder in Betrieb sind oder gebaut werden, einschließlich privat finanzierter Geräte.
Derzeit erzielt keine Fusionsanlage einen Nettoenergiegewinn. Da die Energiedichte von Fusionsbrennstoffen jedoch höher ist als die von Brennstoffen für die Kernspaltung und rund 10 Millionen Mal höher als die der fossilen Brennstoffe, besitzt diese Technologie das Potenzial, die Zukunft der Energieerzeugung grundlegend zu verändern.
Vakuum und Kernfusion – Wichtigste Erkenntnisse
- Die Kernfusion erfordert Ultrahochvakuum (UHV), um die Plasmakontamination zu minimieren und einen stabilen Plasmabetrieb im Feinvakuum zu ermöglichen.
- Sowohl magnetische als auch inertiale Fusionstechnologien erfordern große evakuierte Behälter und präzise Strahllinien.
- Fusions-Vakuumsysteme müssen unter extremen Bedingungen zuverlässig funktionieren, einschließlich Neutronenstrahlung, starken Magnetfeldern und Tritiumbetrieb.
- Robuste, kohlenwasserstofffreie Vakuumtechnologie ist ein entscheidender Faktor für die Fusionsforschung und -entwicklung auf dem Weg zur Stromerzeugung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Kernfusion in einfachen Worten?
Kernfusion ist eine Reaktion, bei der sich zwei leichte Atomkerne zu einem schwereren Kern vereinen und dabei große Mengen an Energie freisetzen.
Wie unterscheidet sich die Kernfusion von der Kernspaltung?
Fusion verbindet Atome, während Fission Atome spaltet. Fusion erzeugt weniger langlebigen radioaktiven Abfall und ist nicht auf eine Kettenreaktion angewiesen.
Warum ist die Kernfusion so schwierig?
Die Fusion erfordert extrem hohe Temperaturen (über 100 Millionen °C) und eine kontrollierte Eindämmung, um die elektrostatische Abstoßung zwischen Atomkernen zu überwinden.
Erzeugt die Kernfusion radioaktiven Abfall?
Fusion erzeugt einige radioaktive Materialien, hauptsächlich durch Neutronenaktivierung, aber der Abfall hat eine kürzere Lebensdauer als die Fission.
Warum benötigen Fusionsreaktoren Vakuumtechnologie?
Fusionsreaktoren erfordern ein ultrahohes Vakuum, um eine Verunreinigung des Plasmas zu verhindern, präzise Strahllinien zu unterstützen und eine sichere Handhabung von Tritium und Gas zu gewährleisten.
Warum ist Vakuum bei der Kernfusion wichtig?
Vakuumsysteme sind bei allen Fusionstechnologien von entscheidender Bedeutung. Sie:
- Vermeidung von Plasmakontaminationen durch Restgase
- Aufrechterhaltung der UHV in großen Reaktorvolumina (>100 m³) zur Unterstützung der Plasmareinheit
- Tritiumproduktion und sichere Handhabung ermöglichen
- Unterstützung von Strahllinien und Lasersystemen mit präziser Druckregelung
- Kraftstoffrückführung und Gasabscheidesysteme ermöglichen
Spezielle Vakuumpumpen müssen auch rauen Fusionsumgebungen standhalten, darunter starke Magnetfelder, Neutronen und radioaktive Gase wie Tritium, was metallgedichtete, kohlenwasserstofffreie Systeme erforderlich macht.